Diözesane Räte

im Bistum Regensburg

Der Diözesanpastoralrat des Bistums Regensburg tagte am vergangenen Freitag anlässlich der Frühjahrsvollversammlung. In seinen einführenden Worten betonte der Bischof, dass die Seelsorge das größte Anliegen der Kirche sei, wobei es darauf ankomme, auf die Menschen zu zugehen. Die Liturgie in den Gottesdiensten sei zugleich Quelle und Höhepunkt des christlichen Glaubens. Eine weitere ureigenes Tun der Kirche sei die Diakonie, die allen hilfsbedürftigen Menschen zur Seite stehen müsse.

Dazu gehöre auch, so der Bischof, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, wenn beispielsweise bei BMW mehr als 8.000 Menschen entlassen würden – viele davon schlecht bezahlte Leiharbeiter – so sei dies eine Form der modernen Sklaverei, obwohl dies völlig legal sei. Für ihn stelle sich die Frage, ob hier nicht gegen das Grundprinzip der Gerechtigkeit und gegen Grundrechte verstoßen werde.

Im weiteren führte der Regensburger Oberhirte aus, dass es ihm ein Anliegen sei, das Pfarreiprinzip zu erhalten. Wichtig sei die Begegnung von Mensch zu Mensch, um unmittelbar Zeugnis vom Glauben abzulegen, so wie Jesus es getan habe. Deshalb sei es wichtig, dass es keine „Schönwetter-Seelsorge“ gebe, sondern dass sich die Seelsorge um alle Menschen gleichsam kümmere.

Generalvikar Monsignore Michael Fuchs informierte das Gremium über die Rätereform, die nun endgültig von der Apostolischen Signatur bestätigt und ausführlich begründet worden sei. Auf Dekanatsebene hätten sich flexible Strukturen entwickelt, die alle nur ein Ziel hätten, nämlich der Seelsorge zu dienen.

Im Beratungsteil der Vollversammlung stellten Diakon Sebastian Aichner und Josef Kratschmann von der Arbeitsstelle Ehe und Familie die verschiedenen Arbeitsfelder der Ehe- und Familienpastoral vor. Josef Kratschmann berichtete von der unmittelbaren Ehevorbereitung und betonte, dass im Bistum Regensburg 80 Prozent der Brautleute einen Ehevorbereitungskurs belegen würden. Dabei stelle sich heraus, dass das Charakteristische des Ehesakraments vielen nicht mehr vertraut sei. Viele junge Paare würden heutzutage eine Kosten-Nutzen-Analyse aufstellen, dabei sei christliche Ehe mehr als Partnerschaft, da Gott als Dritter im Bunde vorhanden sei.

Diakon Sebastian Aichner referierte anschließend über die Weiterführung der Ehevorbereitung, die pastorale Ehebegleitung. Diese tauche überall dort auf, wo Paare gestärkt würden. Ziel sei, das Miteinander aus dem Glauben heraus zu verstehen und so Lebenshilfe zu erfahren. Wichtig sei auch, dass die Paare erfahren, nicht allein unterwegs zu sein. Eheleute hätten es in der Hand, ob aus ihrer Gemeinschaft ein Duell oder ein Duett entstehe. Bei der Aussprache wurde im Gremium deutlich, dass die Ehepastoral ein wichtiges Feld ist, das in allen Pfarrgemeinden ausgeweitet werden sollte. Dabei sei es wichtig, den Kontakt zur Pfarrei zu erhalten.

Auf der Tagesordnung der Vollversammlung stand auch ein Bericht der Stadtmission über den aktuellen Stand. Christian Haider und Thomas Lütkemeier berichteten von der hervorragenden Resonanz der „Valentinsmission“, die am 14. Februar von zahlreichen Helfern aus den Pfarrgemeinden und Verbänden in Regensburg umgesetzt worden war. Auch habe es eine wohlwollende Berichterstattung in den Medien gegeben. Die Gebetsbewegung, die daraus entstanden sei, habe viele positive Rückmeldungen erfahren. Die beiden Referenten berichteten auch vom geplanten Startfest am 3. Mai 2008 auf dem Haidplatz, das den Übergang von der Pfarr- zur Stadtmission signalisieren soll.

Neben diesen Themen behandelte der Diözesanpastoralrat auch das Jubiläum „40 Jahre Pfarrgemeinderäte im Bistum Regensburg“, denn am 12. Mai 1968 fanden die ersten Wahlen für den Pfarrgemeinderat statt. Dazu soll im Herbst ein Festakt stattfinden, bei dem langjährige Pfarrgemeinderatsmitglieder aus dem gesamten Bistum geehrt werden sollen.

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Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller im Gespräch mit den Vertretern des Diözesanpastoralrats