Diözesane Räte

im Bistum Regensburg

(pdr) „Das Schlimmste, was man über ‚Amoris Laetitia‘ sagen kann ist, dass es zu lang ist“, zitierte der Geschäftsführer der Diözesanen Räte, Manfred Fürnrohr, einen Internetkommentar bei der Begrüßung zur Herbstvollversammlung des Diözesanpastoralrats, die am 10. November 2016 im Haus Werdenfels stattfand. Das Gremium hatte sich das nachsynodale Apostolische Schreiben über die Liebe in der Familie zum Schwerpunkt gesetzt, um über die Konsequenzen daraus für das Bistum Regensburg zu beraten.Die Mitglieder des DiözesanpastoralratsDie Mitglieder des Diözesanpastoralrats

Anregung: Feier von Versöhnungsgottesdiensten

Bischof Rudolf Voderholzer ging in seinem Eingangswort auf das Reformationsgedenken ein, das im kommenden Jahr begangen wird. Er regte an, überall im ganzen Bistum ökumenische Buß- und Versöhnungsgottesdienste am Vorabend des 2. Fastensonntags 2017 zu feiern, ähnlich wie dies Papst Franziskus bei der Eröffnung des Gedenkjahres im schwedischen Lund getan habe. Außerdem ging er auf den Hl. Martin ein. Die beliebte Szene des Mantelteilens sei eine Ikone der Solidarität. Durch sein weiteres Leben sei der Hl. Martin zu einem Patron der Missionierung und Neuevangelisierung geworden.

Amoris Laetitia: „Wie ein Poesiealbum“

In den Themenschwerpunkt „Amoris Laetitia“ führten Domvikar Harald Scharf, zuständig für die Erwachsenenpastoral im Bistum Regensburg, sowie Pastoralreferent Josef Kratschmann von der Arbeitsstelle Ehe und Familie ein. Domvikar Scharf verwies auf den großen Umfang des Schreibens, so dass auch Papst Franziskus angeregt habe, es in Abschnitten zu lesen und einzelne Teile in der jeweiligen Josef Kratschmann bei seinen AusführungenJosef Kratschmann bei seinen Ausführungen
Situation zur Hand zu nehmen. Durch die einfache Sprache sei es sehr gut zu lesen und sei wie ein Poesiealbum, das man durchblättern könne. Inhaltlich gehe es Papst Franziskus vor allem um eine Vertiefung der Ehelehre.

Begleitung im Ehealltag

In Kleingruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit einzelnen Aspekten von „Amoris Laetitia“. In einer Gruppe wurde über eine Intensivierung des Ehekatechumenats und der Ehebegleitung nachgedacht. Es wurden eigene Tage für konfessionsverbindende Ehepaare angeregt, um diese im Ehealltag zu begleiten. Auch seien Filmabende denkbar, die Paaren den Anlass geben könnten, sich über ihre Ehe auszutauschen. Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit der Integration von Personen in „irregulären“ Beziehungen. Diese dürften nicht schief angeschaut oder ausgeklammert werden. Auch wenn der Empfang der Sakramente nicht möglich sei, müsste dies dennoch ständig begleitet werden. Die Anwesenden diskutierten auch die Wählbarkeit der Betroffenen im Pfarrgemeinderat.

Ehevorbereitung im Bistum Regensburg ist intensivste weit und breit

Grundsätzlich müsse das Glaubensleben mit den Grundsätzen der Kirche übereinstimmen, was aber dennoch im Einzelfall bedeuten könne, dass dies kein Ausschlusskriterium sei. Familienkreise könnten eine Möglichkeit sein, wie Familien sich in ihrem Alltag stützen könnten und gleichzeitig auch den Glauben „ins Spiel“ bringen. Auch wurde angeregt, Hausgottesdienste in den geprägten Zeiten ökumenisch zu feiern. Ganz allgemein hat das Gremium angeregt, pastorale Hilfestellung für sich verändernde Ehen zu geben, die auch niederschwellige Angebote beinhalten sollen. In der Pastoral soll man Anwalt für die „kleine Pflanze“ Familie sein. Domvikar Scharf betonte, dass man auch „die Leute erreichen muss, die nicht so religiös gebunden sind.“

Bischof Rudolf merkte an, dass der Hl. Vater mit diesem Schreiben viele Hausaufgaben gegeben habe. Man müsse dankbar sein für alles, was im Bereich der Ehepastoral geschehe, solle aber Phantasie walten lassen, um Ehen und Familien in den unterschiedlichen Phasen zu helfen. Er lobte die Ehevorbereitung im Bistum Regensburg als „die intensivste weit und breit“.