Diözesane Räte

im Bistum Regensburg

Bei der Herbstvollversammlung des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Regensburg, die am Samstag, 27.10.2012, stattfand, war der inhaltliche Schwerpunkt der Tagung das II. Vatikanische Konzil, da fast genau vor 50 Jahren die erste Sitzungsperiode des II. Vatikanums stattgefunden hat.

Nach einer Eucharistiefeier mit Diözesanadministrator Wilhelm Gegenfurtner traf sich das oberste Laiengremium des Bistums zum Studienteil. 12 10 27 DiKomVollversammlung1Mit Beate Eichinger, die auch bei der Konzeption einer Wanderausstellung zum Konzil beteiligt ist, die auch durch das Bistum Regensburg tourt, konnte eine ausgewiesene Expertin für die Materie gewonnen werden. Nach einer kurzen Filmvorführung über den Ablauf und die Themenschwerpunkte des II. Vatikanums ging die Referentin auf die Entstehungsgeschichte des Konzils ein. Kurz nach seiner Wahl habe Papst Johannes XXIII. eine Diözesansynode für die Stadt Rom und ein ökumenisches Konzil ausgerufen, wobei mit "ökumenisch" nicht die Konfessionen, sondern "weltweit" gemeint gewesen sei. In ihren Ausführungen wies Beate Eichinger auf die öffentliche Wahrnehmung hin, die durch die Massenmedien verstärkt worden sei. Auch die innerkirchliche Wahrnehmung sei bemerkenswert gewesen: ursprünglich hätten die von den Kongregationen erstellten Vorlagen nur "abgenickt" werden sollen, aber bei der ersten Sitzung habe es einen Antrag auf Änderung der Geschäftsordnung gegeben, so dass neue, internationale Arbeitsgruppen eingerichtet worden seien. Die Stimmung in der Kirche sei v.a. in Europa hin zu Erneuerung und Veränderung gewesen, auch mit dem Hintergrund der Erfahrungen des II. Weltkriegs. Ihren Schwerpunkt bei ihren Ausführungen zu den Dokumenten des II. Vatikanums legte die Referentin auf "Lumen Gentium", da hier die Rückbesinnung im Kirchenbild auf die biblischen Wurzeln betont würden. 12 10 27 DiKomVollversammlung-2Referentin Beate Eichinger bei ihren Ausführungen über das II. Vatikanum, die die Begeisterung und Aufbruchstimmung zu Beginn des Konzils spürbar werden ließMittelpunkt von Lumen Gentium sei, dass "Christus das Licht der Völker ist". Im Text "Gaudium et Spes" dagegen gehe es um die Kirche, die in der Welt sei. Zusammenfassend seien im II. Vatikanum vier Themenbereiche anzutreffen: die Stärkung der Laien, ökumenische Öffnung, Anerkennung der Religionsfreiheit, Liturgiereform. Bei diesen Bereichen seien zwar Fortschritte auszumachen, aber auch immer noch Defizite festzustellen, so dass das Konzil auch heute noch aktuell sei. Zum Abschluss führte die Referentin durch die Ausstellung "50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil - Hoffnung für Kirche und Welt".
Im zweiten Teil der Vollversammlung informierten sich die Verbandsvertreter gegenseitig über ihre aktuellen Themen. Der Vorsitzende des Diözesankomitees, Philipp Graf Lerchenfeld, berichtete außerdem ausführlich über die Vorbereitungen zum Katholikentag 2014 in Regensburg, dessen Vorarbeiten nun angelaufen seien. Mit der Eröffnung der Geschäftsstelle Ende November werde die Arbeit bereits konkreter.

Regensburg, 29.10.2012

Manfred Fürnrohr
Geschäftsführer
Diözesane Räte