Diözesane Räte

im Bistum Regensburg

Vortrag- und Gesprächsabend zum Thema "Kirche im 21. Jahrhundert - Bausteine einer lebendigen Kirche sein"16 07 12 Flyer Vorderseite

Wie kann die katholische Kirche im 21. Jahrhundert aussehen? Diesem spannenden Thema widmete sich eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, die vom Diözesankomitee in Kooperation mit der Pfarrei Cham-St. Jakob und der Kath. Erwachsenenbildung im Landkreis Cham am 12.07.2016 in Cham in der Reihe „Diözesankomitee vor Ort“ durchgeführt wurde.

Eingeladen waren Pfarrgemeinderatssprecher, Verbändevertreter, aber auch alle anderen Interessierten, die sich unter dem Motto „Kirche im 21. Jahrhundert – Bausteine einer lebendigen Kirche sein“ Gedanken über die Zukunft der Kirche machen wollten. Nach dem feierlichen Abendlob mit Pfarrer Dieter Zinecker in der Pfarrkirche St. Jakob begrüßte die Vorsitzende des Diözesankomitees, Michaela Halter, die Anwesenden und betonte, dass Glaube und Kirche so vieles zu sagen hätten und deshalb Gehör verschafft werden müsse.

Haltungen, die Halt geben

P. Felix Biebl, Bildungsreferent an der Jugendbildungsstätte Windberg, führte inhaltlich 16 07 12 DiKom vor Ort2P. Felix Biebl beim Impulsreferat
mit einem Impulsreferat in den Abend ein. Mit einem Blick in die Kirchengeschichte ging er auf die Anfänge des Christentums ein, das sich von einer kleinen Sekte in einer religiös bunten Welt zur Volkskirche entwickelte. Anfänglich sei es eine „Hauskirche“ gewesen, in der man teilte und gemeinsam den Glauben lebte. Prägend sei zum einen die Versammlung um Jesus Christus in der Eucharistie, zum anderen das Bild vom Leib Christi mit den vielen Gliedern, wie er im Korintherbrief beschrieben sei. Kirche funktioniere nur in Gemeinschaft, in der Achtsamkeit, Rücksicht und Toleranz herrschten. Wegen der kleinen Gemeinschaften habe es auch nur wenig Strukturen gegeben. Erst in der Spätantike seien staatliche Schemen auf die Kirche übertragen worden. In der Neuzeit habe man feststellen müssen, dass, wenn es in die Breite gehe, die Tiefe fehle. Wenn es nur um Kunst und Bauen gehe, fehle die Glaubenstiefe, so der Referent. P. Felix betonte, dass auch er keine Lösungsvorschläge für die Zukunft habe. Man müsse sich die Frage stellen, welche Haltungen Halt geben würden und stellte dabei die vier Säulen des Prämonstratenserordens Communio, Contemplatio, Actio und Stabilitas vor, die als Grundhaltung sinnvoll seien.

Schönheit des Glaubens und Gemeinschaft fördern

Im Verlauf des Abends konnten die Teilnehmer in fünf Kleingruppen verschiedene Themen diskutieren. Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem Verhältnis von Kirche und Staat, in der festgestellt wurde, dass Christsein auch immer heiße, politisch zu sein. Die Enzyklika „Laudato si“ solle von den Pfarreien beherzigt werde und in die Praxis umgesetzt werden. Auch die zukunftsfähigen Strukturen der Kirche wurden diskutiert. Dabei wurde festgestellt, dass oft Gemeinschaft nicht erfahrbar sei und die Sprache der Kirche nicht die Sprache der Menschen sei. Wichtig sei auch, Haltung zu zeigen, damit man zum Halt für andere werde. Ebenso müsse man pfarreiübergreifend denken. Mit dem Thema „Glaubenskommunikation“ beschäftigte sich eine weitere Gruppe. Dabei wurde festgestellt, dass die Schönheit und Attraktivität des Glaubens vermittelt werden müsse. Ebenso solle das Tröstliche des Glaubens öfter zur Sprache kommen. Zum Thema Jugend und junge Erwachsene merkten die Teilnehmer an, dass man sowohl die Gemeinschaft fördern müsste als auch alternative Gottesdienstformen anbieten solle. In einer „Freien Gruppe“ wurden die unterschiedlichsten Themen diskutiert. Dabei kam auch zur Sprache, dass das Angebot an „Ersatzreligionen“ stark zugenommen habe. Die Verbände wurden ermutigt, auch weiterhin jugendliche Mitglieder zu gewinnen, um gesellschaftlich und innerkirchlich wirken zu können. Wichtig sei, dass die Gläubigen authentisch aus dem Glauben heraus leben sollten.

Am Ende des Abends wurden die Ergebnisse aus den Kleingruppen von Gesamtmoderator Thomas Andonie, stellvertretender Vorsitzender des Diözesankomitees, zusammengefasst und dem Plenum vorgestellt. Bei einem kleinen Imbiss, für den die Pfarrei St. Jakob sorgte, schloss sich ein reger Austausch an.

Die Veranstaltungsreihe „Diözesankomitee vor Ort“ wird fortgesetzt mit einem Gesprächsabend in Landshut-St. Wolfgang am 12. Oktober 2016.

Regensburg, 14.07.2016

Manfred Fürnrohr
Geschäftsführer Diözesane Räte

16 07 12 DiKom vor Ort1Michaela Halter, Vorsitzende des Diözesankomitees, bei der Begrüßung16 07 12 DiKom vor Ort3

16 07 12 DiKom vor Ort4Thomas Andonie, stv. Vorsitzender des Diözesankomitees, stellte die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit im Plenum vor

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