Diözesane Räte

im Bistum Regensburg

Nachruf Heinz Süss

Das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Regensburg hat in tiefer Trauer vom plötzlichen Tod von Herrn Heinz Süss, Vorsitzender des Kolping-Diözesanverbands im Bistum Regensburg, erfahren, der am Sonntag, 06. März 2016, im Alter von 75 Jahren verstorben ist.

Herr Süss hat seit 2006 den Kolping-Diözesanverband im Diözesankomitee vertreten. Seit 2010 war er auch Vertreter der Verbände im Diözesanpastoralrat des Bistums Regensburg.

Noch vor kurzem durften wir bei der Vollversammlung des Diözesankomitees erleben, wie sich Herr Süss mit Engagement und Ideenreichtum in die Arbeit der Gremien einbrachte. Glaube, Kirche und die Kolpingsfamilie waren ihm Herzensangelegenheiten, für die er sich bereits seit seiner frühesten Jugend mit Leidenschaft einsetzte. Für seine Verdienste verlieh ihm Bischof Gerhard Ludwig Müller im Jahr 2006 die Wolfgangsmedaille.

Das Diözesankomitee erinnert sich an ihn als einen fachkundigen und geschätzten Gesprächspartner und Ideengeber, der die Arbeit des Diözesankomitees und des Diözesanpastoralrats bereicherte. Wir werden seine unaufdringliche und kompetente Art vermissen.

Wir werden seiner im Gebet gedenken.

Regensburg, 07.03.2016

Für das Diözesankomitee

Michaela Halter

Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken

im Bistum Regensburg

Jede Familie ist schützenswert!


Das Diözesankomitee der Katholiken bezieht zur aktuellen politischen Situation im Umgang mit Geflüchteten wie folgt Stellung:

Kein Mensch flieht freiwillig. Die reellen und schlicht unvorstellbaren Gefahren der Flucht nimmt man nicht fahrlässig in Kauf. Gründe für die Flucht sind Gewalt, Bedrohung von Leib und Leben wie der reale Terror. Die Menschen verlassen ihre Heimat, ihr Umfeld und ihr gewohntes Leben aus Verzweiflung und Ausweglosigkeit über die Situation vor Ort.

Weltweit sind nach Angaben der UNHCR derzeit ca. 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Ein Großteil dieser Menschen sind sog. Binnenflüchtlinge. Sie finden in den Nachbarländern Zuflucht. Alleine die Tatsache, dass derzeit mehr Menschen ihre Heimat aus Zwang verlassen als nach dem zweiten Weltkrieg 1945 ist unvorstellbar und eine menschliche Katastrophe.

Nur ein Teil der fliehenden Bevölkerung aus den Krisengebieten unserer Erde kommt nach Europa. Verglichen mit den insgesamt ca. 60 Millionen Menschen auf der Flucht erscheint der Anteil der bei uns ankommenden Geflüchteten wie ein kleiner Bruchteil. Gerade eine wohlhabende Gesellschaft wie Europa muss in der Lage sein, diesen Menschen Hilfe und Unterschlupf bieten zu können.

Es sind Menschen, die zu uns kommen. In den Reaktionen mancher „Flüchtlingsgegner“ erscheinen diese schutzbedürftigen Menschen ihrer Menschlichkeit beraubt. Es wirkt zynisch, dass sich diese Menschen als „das Volk“ bezeichnen, sich auf den Schutz des „christlichen Abendlandes“ berufen und dessen Grundwerte wie Barmherzigkeit und Offenheit anderen Menschen gegenüber mit Füßen treten.

Natürlich unterliegen die geflüchteten Menschen auch unserer gesellschaftlichen Grundordnung wie unseren Gesetzen. Ein Verstoß gegen Rechtsvorschriften muss auch für sie Konsequenzen nach sich ziehen, es bleibt ihnen jedoch unbenommen ihre Religion auszuüben – dieses Recht auf Religionsfreiheit steht jedem zu.

Im Weiteren schließen wir uns den Leitsätzen des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge der Deutschen Bischofskonferenz, beschlossen in der Vollversammlung am 18.02.2016, an.

Mit Blick auf das von der Bundesregierung beschlossene „Asylpaket II“ kann der Eindruck entstehen, dass die Regierung, evtl. aus wahltaktischen Überlegungen, sowohl im Inhalt als auch in der Diktion Anleihen bei manchen Flüchtlingsgegnern genommen hat. Im Sinne der Integration sind jedoch einige Punkte des „Asylpakets II“ sehr fragwürdig. Die Ansicht der Bundesfamilienministerin, dass Integration von Familien, besonders mit Kindern, sehr viel leichter geschehen kann, als die Eingliederung von alleinstehenden Männern, die ihre Familien vermissen und durch die Perspektivlosigkeit frustriert sind, können wir nur unterstützen.
Die Einstellung konservativer Politiker, vor allem der CSU, die Familie zu schützen, ist durchaus richtig und sinnvoll. Jedoch stellt man sich die Frage, inwieweit bei diesem Bild in erster Linie nur einheimische Familien gemeint sind, die unter diesen Schutz fallen sollen. Aus christlicher Sicht ist jede Familie gleich wertvoll und somit nicht mehr oder weniger schützenswert, egal welche Herkunft diese Familie hat.

Regensburg, 26.02.2016

Für das Diözesankomitee

Michaela Halter
Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken
im Bistum Regensburg

Stellungnahme des Diözesankomitees als pdf

Leitsätze kirchlicher Flüchtlingsarbeit - Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz am 18.02.2016

Ein Kommentar der Vorsitzenden Michaela Halter zum Thema wurde am 27.02.2016 in der Mittelbayerischen Zeitung abgedruckt.

Kommentar in der Mittelbayerischen Zeitung vom 27.02.2016

(pdr) Zehn Delegierte des Bistums Regensburg haben am Freitag und Samstag, 11./12.09.2015, am Abschlusstreffen des Dialogprozesses der katholischen Kirche in Würzburg teilgenommen, darunter die Vorsitzende des Diözesankomitees, Michaela Halter und Bischof Rudolf Voderholzer.

15 09 12 Abschluss Dialog Wuerzburg

Weiterlesen: Abschluss des Dialogprozesses in Würzburg